Trockenestrich

Der heimliche Star auf der Baustelle

Trockenestriche sind in aller Regel einfach zu verarbeiten gleich nach dem Einbau nutzbar. Das macht die Produkte zunehmend interessanter für  Hausbau und Sanierung. Es gibt Produkte mit und ohne Fußbodenheizung. Wir zeigen Ihnen, wie Trockenestriche funktionieren und worauf es zu achten gilt.

Definition von Trockenestrich

Trockenestrich ist auch bekannt unter Fertigteilestrich oder Trockenunterboden. Definiert nach DIN 18560-1 Estriche im Bauwesen handelt es sich hier um vorgefertigte, kraftübertragende Platten. Sie werden trocken und meist schwimmend verlegt. Es gibt inzwischen einige Hersteller am Markt, die Trockenestrich in verschiedenen Ausführungen anbieten, so z.B. Gipskartonplatten, Holzwerkstoffplatten, zementgebundene Holzspanplatten oder auch Betonwerkstein- oder Naturwerksteinplatten. Sogenannte Sandwich-Estrichplatten sind bereits gedämmt. Das Dämmmaterial aus Mineralfasern oder Hartschaumstoffen ist hier fixiert oder zwischen zwei Platten eingebracht.

Einsatzbereiche von Trockenestrich

Grundsätzlich eignen sich Trockenestriche zur Verwendung in jeglichen Räumlichkeiten – von der Küche über das Bad bis hin zu den Wohn- und Arbeitsräumen.

Auch für die Installation einer Fußbodenheizung kommt Trockenestrich in Frage. Dahingehend gibt es unterschiedliche Modelle.

Am häufigsten wird Fertigteilestrich zum einen bei Sanierungsmaßnahmen und zum anderen im Fertigbau eingesetzt. Oft kommt der Trockenestrich bereits fertig auf der Dämmschicht montiert auf der Baustelle an. Bei Altbausanierungen werden die Platten verwendet um einen Höhenausgleich herzustellen. Auch auf Ausgleichsschüttungen ist eine einfache Verlegung möglich. Als weitere Option bietet sich an, Trockenestrich auf alten Dielenboden zu verkleben oder zu verschrauben.

Sie möchten wissen ob Trockenestriche auch für Ihr Bauvorhaben in Frage kommt? Unsere Spezialisten helfen Ihnen gerne weiter.

Vorteile von Trockenestrich

Trockenestrich verfügt über einen hohen Vorfertigungsgrad. Das spart enorm Zeit. Während bei herkömmlichen Estrichen die Verarbeitung recht umständlich ist und mitunter lange Wartezeiten den Weiterbau hinauszögern (Trocknungszeiten bis zu sechs Wochen), ist der Trockenestrich spätestens nach 24h belastbar. Einige Produkte sind nach dem Abbinden der Klebeverbindung belegbar. Andere benötigen keine Klebeverbindung und sind gleich nach dem Verlegen bereit für den Oberboden.
Außerdem halten Trockenestriche den Bau trocken. Das ist gerade in der Altbausanierung relevant, wo der Schutz der Substanz oberste Priorität hat. Aber auch bei Holzbauten wird so die Konstruktion geschont.

Trockenestrichplatten sind ideal zum Kombinieren mit der Wärmedämmung. Das ist praktisch: Die Dämmschicht wird entweder unter den Platten verlegt. Oder die Platten werden bereits mit Dämmschicht fixiert geliefert.

Die Aufbauhöhe ist aufgrund der Flexibilität der unteren Schichten (Ausgleichsschüttung und Dämmung) variabel. So lassen sich sehr gut Anpassungen an die Raumhöhe realisieren. Hier punktet der Trockenestrich wieder in der Altbausanierung, wo die Raumhöhe häufig nicht viel Spielraum lässt.

Trockenestriche sind für jegliche Arten von Oberböden geeignet. Egal ob Fliesen, Laminat, Designböden und Vollholzdielen: Hier sind den Wünschen keine Grenzen gesetzt.

Auch in Kombination mit einer Fußbodenheizungen bietet der Markt diverse Lösungen. Von der einfachen und ökologischen Formplatte mit Fußbodenheizung bis hin zu weiteren Formaten (s. Absatz Trockenestrich mit Fußbodenheizung).

Sie benötigen Hilfe bei der Bodenplanung? Unsere Spezialisten helfen Ihnen gerne weiter!

Montagevorschläge

Verlegen von Trockenestrichen

Eins vorweg: Trockenestriche eignen sich prima zum Selbstbau. Sie benötigen keine Vorkenntnisse. An dieser Stelle lässt sich ganz einfach Geld sparen.

Im ersten Schritt bringen Sie einen Randdämmstreifen direkt an der Wand auf Rohfußboden an. Damit wird die Schallübertragung vom Trockenestrich zu angrenzenden Bauteilen verhindert.

Bevor Sie dann mit dem Verlegen der Trockenestrichplatten beginnen: Achten Sie auf einen planebenen Untergrund. Am Besten nehmen Sie eine trockene Ausgleichsschüttung her. Eine solche ist zwingend erforderlich, wenn die sich die Bodenhöhen im Raum um mehr als einen Zentimeter unterscheiden. Es gibt Produkte am Markt, die aufgrund ihrer Eigenschaften als gebundene Schüttungen klassifiziert sind. Damit gleichen Sie nicht nur Unebenheiten aus sondern auch Höhen, sofern vonnöten. Mehr dazu in unserem Beitrag Trockenschüttung

Wenn die Schüttung eingebracht und planeben abgezogen ist, verlegen Sie die Lastverteilschicht. Hier empfehlen wir eine Holzweichfaserplatte. Mehr dazu hier.

Anschließend verlegen Sie die Trockenestrichelemente beginnend von der Wand, die der Tür gegenüber liegt. So verhindern Sie, dass Sie den verlegten Estrich nochmal betreten müssen.

Die Anbieter schlagen – je nach Produkt – unterschiedliche Möglichkeiten vor, die Platten miteinander zu verbinden. Es gibt Systeme mit einer Nut-Feder Verbindung oder andere, die durch einen breiten Stufenfalz geklebt und/ oder verschraubt werden. Wie genau das im Einzelnen zu handhaben ist, steht in den Herstellerangaben.

Belegen mit Oberböden

Das Gute an Trockenestrichen ist: Sie sind i.d.R. mit unzähligen Bodenbelägen kombinierbar.

Was die Tragfähigkeit angeht, soll die Unterkonstruktion so geplant werden, dass die gewünschten Verkehrslasten aufgenommen werden können. Wenn das insoweit sicher geplant und durchgeführt ist, sind Trockenestriche rein bauphysikalisch der ideale Untergrund, um die unterschiedlichsten Nutzbeläge aufzubringen.

Beim Belegen mit Fliesen gibt es einige wenige Punkte zu berücksichtigen: Mitunter ist es sinnvoll, eine Entkopplungs- und Belagsträgermatte zu verwenden. Das erfragen Sie bitte unbedingt vor dem Einbau. Zum anderen ist es wichtig, die Bewegungsfugen einzuplanen. Innerhalb einer Bewegungsfuge werden Spannungen abgebaut, die z.B. aus thermischen oder klimatischen Schwankungen, aus Bauteilbewegungen oder aus unterschiedlichen materialspezifischen Eigenschaften entstehen können. Bewegungsfugen müssen bei den meisten Produkten deckungsgleich in Oberbelag und Unterbau angelegt werden.

Das Verlegen von Dielen erfordert grundsätzlich die Verwendung einer Entkopplungsmatte. Ist die verlegt, muss bei fast allen Trockenestrich Herstellern Klebstoff eingesetzt werden, um die Dielen aufzubringen. Die Dielen werden verklebt und mitunter zusätzlich verschraubt. Der LW86 ermöglicht es mit dem bewährten Einsatz der Profilleiste, Massivholzdielen direkt zu verschrauben. Ohne Einsatz von Klebstoffen.

Trockenestrich mit Fußbodenheizung

Trägerplatten aus Holzweichfaser oder Polystyrol

Die Idee, Dämmung mit integrierter Fußbodenheizung anzubieten, klingt erstmal nicht schlecht. Entweder wird hierbei mit Holzweichfaserplatten oder Platten aus Polystyrol gearbeitet. In diese Platten sind von Werk aus Rohrkanäle eingearbeitet. Diese Rohrkanäle dienen zur Aufnahme des Heizrohres und geben den Verlegeabstand vor. Der fest vorgegebene Verlegeabstand und die Tatsache, dass es sich bei den Grundstoffen der Trägerplatten um Dämmstoffe handelt, verhindern allerdings eine schnelle und gleichmäßige Wärmeverteilung auf der Oberfläche. Um dieses Problem zu beheben, sind auf den Trägerplatten bereits wärmeleitende Bleche aus Aluminium verklebt.

Je nach Hersteller beträgt die Aufbauhöhe gerade einmal 30mm. Die geringe Aufbauhöhe sowie das geringe Gewicht machen diese System gerade für Sanierungen interessant. Es gilt allerdings zu bedenken, dass die geringe Masse nur wenig zur Reduktion des Trittschalls beiträgt.

Ist das System erst einmal verlegt, kann nahezu jeder Bodenbelag aufgebracht werden.

Trockenestrichplatte aus Polysterol mit Aluleitblech als Fußbodenheizungselement

Vorgefertigte Platten aus Polysterol

Trockenestrichplatte aus Holzweichfaser mit Aluleitblech als Fußbodenheizungselement

Vorgefertigte Platten aus Holzfaserdämmstoff

Trägerplatten aus Lava – Basalt

Bei dem Lithotherm System handelt es sich um vorgefertigte Formplatten aus Lava – Basalt. Die Aufbauhöhe beträgt gerade einmal schlanke 45mm. Trotz dieser geringen Aufbauhöhe bringen die Lithotherm Formplatten mit ca. 71kg/m² einiges an Masse mit. Diese Masse dient einerseits als Wärmespeicher und andererseits der Schall- und Trittschallreduzierung. Auch dieses System verfügt über vorgefertigte Rillen zur Aufnahme des Heizrohres. Der Abstand der Rillen beträgt 45mm. Dies ermöglicht flexible Verlegeabstände. Hierdurch wird eine schnelle und gleichmäßige Wärmeverteilung gewährleistet – auch bei niedrigen Vorlauftemperaturen. Die Formplatten werden schwimmend verlegt und mittels Nut- und Federsystem miteinander verbunden. Das Lithotherm System kann mit allen Bodenbelägen kombiniert werden.

Es gibt auch Systeme, bei denen Trägerplatten aus Gipsfaser zum Einsatz kommen. Da bei diesen Systemen aber häufig im Nachgang noch eine flüssige Vergussmasse aufgebracht wird, werden wir diese hier nicht weiter beleuchten.

ansicht der lithotherm formplatte

10 Gründe, warum Trockenestriche für Sie interessant sind

  1. Zeitvorteil durch schnellen Einbau
  2. Nachrüstung schnell möglich (sehr einfache Handhabung)
  3. Eine schnelle Verlegung auch in großen Räumen
  4. Einfache Verlegung ohne Vorerfahrung
  5. Kein spezieller Werkzeugbedarf
  6. Geringere Heizkosten durch hohe Energieeffizienz
  7. Eine hohe Flexibilität bei der Aufbauhöhe 
  8. Kompatibilität mit allen gängigen Bodenbelägen
  9. Zugewinn an Lebensqualität durch angenehmes Wohnklima
  10. Zugewinn an Hygiene im Lebensalltag

In Teil eins wurde die Grundlage für einen stabilen und tragfähigen Boden mit Hilfe einer Schüttung geschaffen. Die lastverteilende Schicht wurde mit Holzweichfaserplatten realisiert. Den Abschluss der trocknen Bodenkonstruktion macht ein Trockenestrich. Dieser kann mit oder ohne Fußbodenheizung realisiert werden.

Materialliste

  • Akku-Schrauber
  • Handkreissäge mit Führungsschiene
  • Spachtel
  • Stichsäge

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